„Wer suchet, der findet!“ – Damit dies auch online funktioniert, bedarf es einer speziellen Suchfunktion. Die sogenannte Faceted Search ist deshalb schon längst fester Bestandteil von großen Online-Shops und Online-Marktplätzen, Reiseportalen sowie Jobbörsen. Wie die „facettierte Suche“ genau funktioniert, das verrate ich dir in diesem Blogbeitrag.
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Was ist eine Faceted Search?
Faceted Search ist eine erweiterte Suchfunktion, die es Nutzern ermöglicht, große Produktkataloge gezielt nach den gewünschten Produkten zu filtern. Dabei erfolgt die Suche nach Produkten mithilfe diverser Produktattribute (Facetten) wie beispielsweise Farbe, Größe, Marke und/oder Material sowie einer Vielzahl weiterer möglicher Produkteigenschaften. Faceted Search kommt insbesondere in großen Online-Shops zum Einsatz, um die Navigation innerhalb umfangreicher Sortimente zu erleichtern und die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen.
Beispiel:
Angenommen, ein User sucht nach „blauen Hosen für Herren“. Anstatt sich durch eine Vielzahl von Artikeln zu klicken, kann der Nutzer durch die Auswahl der Kategorie „Herrenbekleidung“ und der beiden Attribute „Hose“ und „blau“ das Sortiment auf die für ihn relevanten Ergebnisse beschränken. Kurzum: Die „facettierte Suche“ ermöglicht äußerst präzise Filtermöglichkeiten und trägt somit entscheidend zu einer positiven User Experience (UX) bei.
Suchfilter vs. Faceted Search
Im Unterschied zu klassischen Suchfiltern, die Suchtreffer nur schrittweise eingrenzen, kombiniert die Faceted Search dynamisch mehrere Filtermöglichkeiten, wie das die folgende Grafik deutlich veranschaulicht.

Faceted Navigation ermöglicht eine genaue Filterung und Navigation durch komplexe Inhalte.
Während die hierarchische Klassifikation Nutzern also keinen Zugriff auf (Unter-)Kategorien anderer Teilbäume erlaubt, ermöglicht die „facettierte Suche“ eine flexible Navigation über verschiedene Attribute hinweg.
So können Nutzer beispielsweise gleichzeitig nach einer Kategorie filtern und verschiedene Merkmale wie Farbe oder Marke auswählen, ohne auf einen vorgegebenen Pfad beschränkt zu sein.
Die Unterschiede im Überblick
Einfache Suchfilter:
- Sie sind meist statisch und bieten nur wenige Kombinationsmöglichkeiten.
- „Nutzern stehen damit bloß ein oder zwei verschiedene Filtertypen bereit“.
Faceted Search:
- Die „facettierte Suche“ hingegen kombiniert mehrere Attribute gleichzeitig (z. B. „Farbe: blau“ + „Marke: Armani“ + „Größe: 34 x 34“).
- Zudem zeigt sie die Anzahl der verbleibenden Ergebnisse pro Auswahl an (z. B. „17 Produkte verfügbar“).
- Darüber hinaus werden die Filtermöglichkeiten flexibel angepasst, damit dem Nutzer nur passende Optionen zur Verfügung stehen.
Die Faceted Search wird somit nicht nur zur besseren Orientierung genutzt, sondern bietet auch wesentliche Vorteile für die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Durch die gezielte Indexierung von Kombinationsseiten wie „blaue Hosen für Herren“ finden weitere potenzielle Kunden den Weg über Google auf die Website. Damit stellt Faceted Search eine weitaus leistungsfähigere Alternative zu einfachen Suchfiltern dar und wirkt sich deshalb positiv auf die Shop-Performance aus.
Wie funktioniert die Facettensuche?
Die Facettensuche kombiniert klassische Suchfunktionen mit dynamischen Filtermöglichkeiten, um große Produktkataloge effizient durchsuchen zu können. Sie basiert auf sogenannten Facetten, also Produktattributen wie Farbe, Größe, Material oder Marke, die systematisch strukturiert und miteinander kombinierbar sind. Ihr wesentlicher Vorteil besteht darin, dass Nutzer verschiedene Facetten bzw. Merkmale flexibel miteinander kombinieren können.
An dieser Stelle ein Beispiel aus der Praxis: In einem Online-Shop für Bekleidung könnte ein Kunde zunächst „Hosen für Herren“ auswählen und anschließend durch weitere Facetten wie „blau“ und „Marke: Hugo Boss“ die Auswahl präzisieren. Die Facettensuche passt sich dabei dynamisch an und zeigt nur relevante Filteroptionen an – beispielsweise werden für „blaue Hosen“ keine Farben mehr angeboten, die nicht verfügbar sind.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die technische Umsetzung. Jede Facette und ihre Kombinationen können spezifische URLs erzeugen, die dann von Suchmaschinen wie Google indexiert werden können. Diese Technik ermöglicht eine gezielte Optimierung der facettierten Seiten für Long-Tail-Suchanfragen wie etwa „blaue Hosen für Herren“. Durch diese Funktionalität sind Online-Shops nicht nur in der Lage, die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern, sondern auch die Sichtbarkeit und Reichweite ihrer Produkte zu erhöhen.
Wann ist eine „facettierte Suche“ sinnvoll?
Die facettierte Suche empfiehlt sich insbesondere für Online-Shops mit großem und vielfältigem Produktsortiment. Klassische Beispiele dafür sind Mode-, Möbel- oder Elektronik-Shops, in denen eine Vielzahl von Artikeln verfügbar ist. Ohne eine gut strukturierte Filterfunktion wäre es für Nutzer kaum möglich, sich in einem solch großen Produktsortiment zurechtzufinden.
Kurzum: Faceted Search ist immer dann eine gute Wahl, wenn das Sortiment viele Kategorien und Produktvarianten aufweist.
Faceted Search und User Experience
Die „facettierte Suche“ spielt eine zentrale Rolle für die User Experience (UX) von Online-Shops, da sie Nutzern eine einfache und schnelle Suche ermöglicht. Ein wesentlicher Vorteil für die UX liegt in der klaren Struktur und in der Transparenz. Denn Nutzer sehen jederzeit, welche Filter aktiv und wie viele Produkte noch verfügbar sind. Die dynamische Anpassung der Filteroptionen sorgt außerdem dafür, dass nur noch relevante Auswahlmöglichkeiten angezeigt werden, was die Navigation erheblich erleichtert.
Besonders bei einem umfangreichen Sortiment, wie es Modehändler oder Elektronikmärkte anbieten, ist die facettierte Suche unverzichtbar. Der Grund dafür ist folgender: Sie trägt nicht nur zu einer angenehmen Nutzererfahrung bei, sondern minimiert auch die Absprungrate, da Kunden schnell zu den gewünschten Produkten gelangen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Konsistenz: Eine gut gestaltete Faceted Search fügt sich nahtlos in das Shop-Design ein. Darüber hinaus suggeriert sie dem Nutzer, dass er jederzeit die volle Kontrolle besitzt und die Suche zeitsparend und damit effizient durchführen kann, was wiederum für ein positives Einkaufserlebnis entscheidend ist.
Damit die Vorteile der Facettensuche zum Tragen kommen, gilt es, einige technische und gestalterische Aspekte zu beachten, als da wären:
- Ladegeschwindigkeit: Die Filterauswahl und die anschließende Datenbankabfrage sollten nahezu in Echtzeit erfolgen, um die Suche nicht unnötig zu verlangsamen.
- Clevere Auswahl von Filteroptionen: Zu viele oder irrelevante Attribute können Nutzer überfordern. Eine durchdachte Priorisierung der Filter ist für eine intuitive Navigation somit entscheidend.
- Vermeidung langer Ergebnislisten: Die Facettensuche macht das lange Scrollen überflüssig – das spart Zeit und steigert überdies die Zufriedenheit der Nutzer.
- Konsistenz im Design: Die Facettensuche sollte sich optisch und funktional nahtlos in das Design des Shops einfügen.
Faceted Search und SEO
Die sogenannte facettierte Suche ist nicht nur ein wichtiges Werkzeug zur Verbesserung der User Experience, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle in der Suchmaschinenoptimierung von Online-Shops. Denn sie ermöglicht es, gezielte Suchanfragen zu bedienen, die spezifische Kombinationen von Attributen enthalten, z. B. blaue Hosen für Herren, Größe 34, Marke Armani.
Besonders bei großen Shops mit einem umfangreichen Sortiment, wie dies bei „Zalando“ oder „About You“ der Fall ist, bietet die Facettensuche großes Potenzial.
Faceted Search für relevante Suchanfragen nutzen
Eine der Stärken der Faceted Search liegt darin, dass Nutzer Mehrfachkombinationen verschiedener Attribute wie die Kategorie, Farbe, Größe, Marke oder das Material in die Suche integrieren können und somit schnell zu den gewünschten Produkten gelangen.
Ein konkretes Beispiel für eine Mehrfachkombination:
- Kategorie: Hosen für Herren
- Merkmal: blau
- Größe: 34
- Marke: Armani
Sucht nun jemand nach einer blauen Hose von Armani für Herren in der Größe 34, lässt sich diese konkrete Suchanfrage durch eine statische URL gut bedienen.
Wie das genau funktioniert, zeigt das folgende Beispiel von „Zalando“: https://www.zalando.de/herrenbekleidung-hosen/armani_blau/
Diese Methode erweist sich vor allem deshalb als besonders vorteilhaft, weil solche Suchanfragen in der Regel ein hohes Suchvolumen aufweisen. Durch die gezielte Optimierung auf Longtail Keywords lassen sich spezifische URLs wiederum gut indexieren, was sowohl positive Auswirkungen auf den Traffic als auch auf die _Conversion_s hat.
Optimierung der Facettensuche
Damit die facettierte Navigation ihr volles SEO-Potenzial entfalten kann, sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Indexierung relevanter Kombinationen: Es empfiehlt sich, nur diejenigen spezifischen URLs zu indexieren, die nachweislich ein signifikantes Suchvolumen besitzen. Hierfür sollte zuvor eine Keyword-Recherche durchgeführt werden, um relevante Longtail Keywords zu identifizieren und um diese dann auch im SEO-Konzept entsprechend zu berücksichtigen.
- „Sprechende URLs“: Jede indexierte URL sollte die Kombination von Kategorie und entsprechenden Attributen enthalten, z. B. www.online-shop.de/herren/hosen/blau/. So können Suchmaschinen den Seiteninhalt besser verstehen, was wiederum positive Auswirkungen auf das Ranking hat.
- Optimierung der Seitenelemente: Für jede relevante URL sollten außerdem die folgenden Aspekte angepasst werden:
- Hauptüberschrift (H1): Sie sollte das exakte Keyword enthalten, z. B. blaue Hosen für Herren.
- Title-Tag: Dieser muss präzise auf die Kombination abgestimmt sein, z. B. blaue Hosen für Herren – Muster-Shop.
- Meta Description: Eine ansprechende Beschreibung, welche relevante Keywords enthält, steigert die Klickrate, z. B.: blaue Hosen für Herren: Premium-Qualität ✅, bequeme Passform ✅und blitzschnelle Lieferung✅. Upgrade jetzt deinen Look! 😎
- Content und Nutzerführung: Zusätzlicher Content auf den facettierten Seiten hat ebenfalls positive Effekte auf das Ranking.
- robots.txt und _Robots-Meta-Ta_g nutzen: Während die robots.txt-Datei es ermöglicht, irrelevante Facetten-URLs vom Crawling auszuschließen, um das Crawling-Budget effizienter zu nutzen, können mit Robots-Meta-Tags wie „index, follow“ oder „noindex, follow“ gezielt relevante facettierte Seiten für die Indexierung freigegeben oder ausgeschlossene Facetten von der Indexierung ausgeschlossen werden.
- Linkmaskierung: Noch effizienter als das „Heftpflaster“ robots.txt ist allerdings die gezielte Linkmaskierung von irrelevanten Facetten, beispielsweise mit Hilfe des PRG-Patterns, um sowohl das Crawling-Budget als auch die interne Verlinkung effizient zu gestalten.
Best Practices
Wie bereits erwähnt ist die Optimierung der facettierten Suche entscheidend, um sowohl die Nutzererfahrung zu verbessern als auch das SEO-Potenzial vollends auszuschöpfen.
Damit auch dir das gelingt, habe ich die folgenden Best Practices für dich zusammengestellt.
Nutzerverhalten analysieren und die Filtermöglichkeiten um relevante Facetten erweitern
Analysiere regelmäßig das Nutzerverhalten in deinem Online-Shop, damit du relevante Facetten schneller identifizieren und hinzufügen kannst. Fehlt also beispielsweise eine häufig gesuchte Kombination wie „blaue Herrenhosen“, integriere diese Facette so schnell wie möglich. Denn durch die Optimierung auf Longtail Keywords sorgst du für eine bessere Nutzerführung und steigerst zudem die Sichtbarkeit der facettierten Seiten.
Facetten kritisch hinterfragen
Im Laufe der Zeit nimmt die Anzahl an Facetten häufig zu, was zu unnötigen oder wenig nützlichen Filtern führen kann. Daher ist es besonders wichtig, regelmäßig zu überprüfen, ob die entstandenen Facetten tatsächlich einen Mehrwert bieten. So könnten beispielsweise Facetten wie „Produktart“ oder „Warengruppe“ für deine Kunden wenig hilfreich und sogar eher verwirrend sein. Die kontinuierliche Evaluierung dieser Filter hilft dir dabei, die Nutzererfahrung zu optimieren und gleichzeitig irrelevante URLs aus dem Google-Index zu entfernen. Damit beugst du auch einem sogenannten Index Bloat vor.
Klassische Filter in Fashion-Online-Shops
In Online-Shops für Mode sind Filter wie „Material“, „Farbe”, „Größe”, „Preis”, „Marke” und „Bewertungen” schon längst Standard. Kein Wunder, denn diese Facetten helfen Nutzern dabei, die gewünschten Produkte schnell und effizient zu finden, was wiederum einen unmittelbaren Einfluss auf die Conversion-Rate hat.
UX-Best-Practice: Anzahl der Produkte nach Auswahl des Filters anzeigen
Zeige die Anzahl der Produkte an, die nach Auswahl eines Filters noch verfügbar sind.
So haben Nutzer eine klare Vorstellung davon, wie viele Produkte ihren Kriterien entsprechen und wie weit sie noch filtern müssen, um die perfekte Auswahl zu finden. Diese Funktion verbessert die Navigation und erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Kauf.
Beispiele für eine „facettierte Suche“
Wie eine Faceted Search in der Praxis aussieht, möchte ich dir anhand des folgenden Beispiels einmal zeigen.
So haben wir bei unserem Kunden „ehorses“, dem führenden Pferdemarkt in Europa, die facettierte Suche gezielt eingesetzt, um die Nutzererfahrung zu verbessern und um gleichzeitig die SEO-Rankings zu optimieren.
Zu Beginn bot der Shop lediglich eine allgemeine Kategorie wie „Dressurpferde“ an, was bei Weitem nicht ausreichte, um Nutzern eine effektive Suche zu ermöglichen. Aus diesem Grund haben wir zusätzliche Facetten wie „Pferderasse“, „Disziplin“, „Farbe“ und „Land“, „Postleitzahl“ sowie „Radius“ eingeführt. Nun können die Seitenbesucher gezielt nach spezifischen Eigenschaften suchen und ihre Auswahl dabei effizient eingrenzen.

Die zahlreichen Filteroptionen (Filter Options) sorgen für eine schnelle und effiziente Suche.
Nehmen wir also einmal an, dass jemand nach einem Verkaufspferd der Rasse „Achal-Tekkiner“ in Lingen in einem Umkreis von 100 km sucht. In diesem Fall verringert sich die Anzahl der Treffer von 1.612 auf gerade einmal einen Treffer. Dadurch findet der Interessent das gewünschte Pferd schnell und effizient – ohne hierfür durch den gesamten Katalog navigieren zu müssen.

Dank zahlreicher Filteroptionen (Filter Options) ist das richtige Pferd schnell gefunden.
Im Gegensatz zu einem klassischen Filter ermöglicht Faceted Search eine Suche nach einer Kombination von konkreten Attributen, in diesem Fall nach den Eigenschaften des Pferdes.
Auf diese Weise können mit einer einzigen Suche gleich mehrere Suchkriterien miteinander kombiniert werden.
Welche Pferderasse wird gesucht? Welche Disziplin ist für die Suche relevant (z. B. Dressur)? Welche Farbe soll das Pferd haben? All diese Fragen und der sich daraus ergebenden Search Intent kann mit einer einzigen Suche bedient werden.
Dadurch ergeben sich auch klare SEO-Vorteile, da komplexe, aus mehreren Facetten bestehende Suchanfragen durch indexierbare URLs bedient werden können. Diese Strategie wendet auch unser Kunde „ehorses“ sehr erfolgreich an. Mehr noch: Durch Faceted Search erzielt der Online-Marktplatz mittlerweile ein 25- bis 30-Faches an Reichweite.
Wir haben die Website so gestaltet, dass die Suche sich weiterhin eingrenzen lässt. Hierfür stehen Nutzern weitere Kriterien bzw. Merkmale zur Verfügung.

Dank der merkmalbasierten Suche können Nutzer gezielt nach den für sie relevanten Attributen filtern, wodurch sie präzisere Ergebnisse erhalten.
Mithilfe von sprechenden URLs wie „https://www.ehorses.de/pferdekauf/achal-tekkiner.html“ und optimierten Title-Tags sowie Meta-Descriptions für jede facettierte Seite ist es uns außerdem gelungen, die Auffindbarkeit und die User Experience zusätzlich zu verbessern.

Indexierbare URLs sind dann sinnvoll, wenn bestimmte Facetten-Kombinationen viel Suchvolumen aufweisen und gleichzeitig ein passendes Angebot auf der Website dazu verfügbar ist.
Unsere Maßnahmen gegen den Index Bloat
Für unseren Kunden „ehorses“ haben wir ein spezielles System entwickelt, das sicherstellt, dass ausschließlich relevante Facettenkombinationen indexiert werden.
Ob eine Facettenkombination relevant ist, entscheiden wir wiederum anhand der folgenden Kriterien:
Relevantes Suchvolumen: Eine Longtail-Kombination sollte genügend Suchanfragen im Monat aufweisen.
Ausreichendes Angebot: So sollten, um bei diesem Kundenbeispiel zu bleiben, genügend Pferdeinserate vorhanden sein, damit sich eine Indexierung überhaupt lohnt.
Seiten ohne Angebot oder mit zu geringer Nachfrage werden wiederum automatisch deindexiert. Somit verhindern wir, dass unnötige oder irrelevante Seiten in den Index aufgenommen werden und dadurch die Performance der Website negativ beeinflussen (Stichwort: „Index Bloat“).
Die Indexierung und Deindexierung der Seiten erfolgt dabei automatisiert, indem wir mit einem sogenannten Schwellenwert arbeiten. Wird dieser über einen längeren Zeitraum unterschritten, dann wird die Seite deindexiert.
In diesem Fall bezieht sich der Schwellenwert auf die von uns definierten beiden Hauptkriterien (Pferderasse + Disziplin). Das System kann jedoch um weitere Kriterien erweitert werden, mit deren Hilfe geprüft werden kann, ob die Seite ausreichend Traffic aufweist.
Ganz konkret bedeutet das: Falls über unsere Website drei Inserate zu Achal-Tekkiner-Dressurpferden geschaltet werden, es nachweislich jedoch etwa 500 Suchnachfragen danach gibt und unsere Seite insgesamt 1.000 neue Besucher im Monat generiert, wäre das ein Argument gegen das Deindexieren.
Aus diesem Grund arbeiten wir mit einem Regelwerk, in dem verschiedene Schwellenwerte definiert worden sind. Dadurch können wir die Komplexität, die durch eine Vielzahl von möglichen Facettenkombinationen entsteht, effektiv managen. Dies ist besonders wichtig für große Marktplätze wie „ehorses“, da hier durch die Vielzahl von Attributen und möglichen Suchkombinationen schnell eine große Anzahl an potenziellen Seiten entsteht, die automatisch bewertet und angepasst werden müssen.
Umgang mit deindexierten Seiten
Bei Seiten, die nicht mehr indexiert werden sollen, hat sich der folgende Dreischritt für uns bewährt:
Schritt 1: Robots-Meta-Tag auf „noindex“ setzen
Dadurch wird die entsprechende Seite nicht mehr indexiert.
Schritt 2: Anpassungen an der URL vornehmen
Nicht relevante Seiten erhalten eine nicht sprechende URL, die von Suchmaschinen weniger stark gewichtet wird. Hierzu versehen wir sie mit „dum=dum“-Parametern.
Zum Beispiel: https://www.ehorses.de/search?dum=dum&typ=93&farbe=11&discipline=1
Schritt 3: Linkmaskierung mithilfe des PRG-Patterns
Das sogenannte PRG-Pattern steht für „Post/Redirect/Get“ und kommt dann zum Einsatz, wenn es darum geht, interne Links für Google unsichtbar zu gestalten. Das Besondere daran: Für Nutzer bleiben diese jedoch weiterhin erreichbar. Dabei wird die Seite aus dem Linkgraph entfernt.
Faceted Search: weitere Einsatzfelder
Nun weißt du, warum Faceted Search heutzutage aus dem E-Commerce nicht mehr wegzudenken ist. Die „facettierte Suche“ ist allerdings auch für viele andere Branchen interessant. Sie ist besonders dort gefragt, wo komplexe Datenmengen durchsuchbar gemacht werden müssen und Nutzer nach spezifischen Kriterien filtern möchten. Welche das genau sind, erfährst du im Folgenden.
Flugportale
Faceted Search kommt besonders häufig bei Flugportalen zum Einsatz. Die Suchkriterien sind dabei äußerst vielfältig – von den Reisedaten über den Abflughafen und den Zielflughafen bis hin zur Klasse und der Fluggesellschaft.
Reiseportale
Auch Reiseportale nutzen diese Funktion, um ihren Nutzern eine gezielte Suche nach passenden Unterkünften zu ermöglichen. Dort wiederum zählen solche Kriterien wie die Lage, Gästebewertungen, Sterne und der Preis.
Besonders Pauschalreisen bieten eine große Auswahl an verschiedenen Facetten-Kombinationen, die sich dank der Faceted Search gut abbilden lassen.
Jobportale
Von der Faceted Search profitieren auch Jobportale. Für eine effiziente Jobsuche stehen potenziellen Bewerbern häufig solche Filter wie „Jobtitel“, „Stichwort“ oder „Unternehmen“ sowie die „Region“ und „Stadt“ sowie die „Postleitzahl“ zur Verfügung.
Marktplätze und Kleinanzeigen
Auf Marktplätzen ist die facettierte Suche ebenfalls von großer Bedeutung. Dort können Käufer und Verkäufer ihre Suchanfragen mitunter nach Produktkategorie, Ort, dem Preis sowie nach dem Zustand des Produktes (neu oder gebraucht) sowie vielen weiteren Attributen filtern.
Immobilienportale
In Immobilienportalen zählen vor allem solche Facetten wie das gesuchte Objekt, die „Anzahl der Zimmer“, die „Lage“, der „Preis“, die „Wohnfläche“, das „Baujahr“ sowie viele weitere mehr.
Fahrzeugmärkte
Auf Fahrzeugmärkten wiederum suchen Nutzer vorwiegend nach der „Marke“, dem „Modell“, dem „Preis“, der „Ausstattung“, der „Erstzulassung“, dem „Kilometerstand“ und dem „Ort“.
Plattformen mit viel Content
Einen Mehrwert stiftet die facettierte Suche außerdem auf Websites mit einer großen Medienbibliothek oder einer Video-Bibliothek. Dort können Nutzer Inhalte nach „Genre“, „Bewertungen“ und vielen weiteren Attributen filtern.
Kurzum: Faceted Search ist eine vielseitige Lösung, die in nahezu jeder Branche eingesetzt werden kann, um komplexe Suchanfragen zu bedienen und damit die Nutzererfahrung zu verbessern.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die facettierte Suche zum unverzichtbaren Werkzeug für Online-Shops und Marktplätze geworden ist. Kein Wunder, leistet sie doch einen wichtigen Beitrag zur Optimierung der Nutzererfahrung! Gleichzeitig bietet die facettierte Suche ein erhebliches Potenzial für die Verbesserung der SEO-Performance. Entscheidend für den Erfolg ist dabei die sorgfältige technische Implementierung sowie die kontinuierliche Anpassung der Facetten.
Grundsätzlich gilt: Je größer das Sortiment und je komplexer die Webseite ist, desto wichtiger wird das Thema „Faceted Search“. Desto größer sind dann auch die Skaleneffekte, die sich durch die Optimierung der facettierten Suche erzielen lassen.
Quellen:
Über den Autor

Michael ist Gründer und Geschäftsführer der experics digital GmbH. Als Berater mit über 15 Jahren Erfahrung in Organic Search unterstützt er gemeinsam mit seinem Team mittelständische Unternehmen in den Bereichen SEO und GEO (Generative Engine Optimization).
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