International SEO ermöglicht es Unternehmen, eine breitere Zielgruppe zu erreichen und neue Märkte zu erschließen. Eine gründlich ausgearbeitete internationale SEO-Strategie ist dabei unverzichtbar, um die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit einer Website in verschiedenen Ländern und Sprachen zu erhöhen und um damit die globale Reichweite und das Umsatzpotenzial nachhaltig zu steigern. Eine klare internationale Ausrichtung und eine starke Online-Präsenz sind entscheidend, um in verschiedenen Märkten erfolgreich zu sein.
Was ist International SEO?
International SEO bezieht sich auf die Optimierung einer Website, damit sie in verschiedenen Ländern und für verschiedene Sprachen gut rankt. Dabei geht es nicht nur darum, den Inhalt zu übersetzen, sondern auch sicherzustellen, dass die Website für die jeweiligen Suchmaschinen und die kulturellen Präferenzen der Zielmärkte optimiert ist.
Deshalb ist International SEO so wichtig
International SEO ist entscheidend, wenn du eine globale Zielgruppe erreichen möchtest. Es ermöglicht dir, neue Märkte zu erschließen und deine Produkte oder Dienstleistungen einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen.
Suchmaschinen wie Google verwenden unterschiedliche Algorithmen und Kriterien für verschiedene Länder. Durch International SEO stellst du sicher, dass deine Website in jedem Zielmarkt optimal performt, indem du länderspezifische Suchmaschinenoptimierung und Keyword-Strategien anwendest.
Durch die Bereitstellung von Inhalten in der Muttersprache deiner Zielgruppe kannst du die Benutzererfahrung erheblich verbessern. Nutzer bevorzugen es, Inhalte in ihrer eigenen Sprache zu lesen, was zu höheren Engagement-Raten und niedrigeren Absprungraten führt.
Das Prinzip „one-size-fits-all“ funktioniert nicht!
Eine universelle Anwendung einer lokalen SEO-Strategie auf globale Zielgruppen ist dabei alles andere als effektiv. Der Grund dafür: Jede Region weist ihre ganz spezifischen kulturellen, sprachlichen und wirtschaftlichen Besonderheiten auf, die eine maßgeschneiderte Herangehensweise notwendig machen. Wer also versucht, eine im regionalen Kontext erfolgreiche SEO-Strategie eins zu eins auf internationale Märkte zu übertragen, der übersieht möglicherweise die Feinheiten und Nuancen der neuen Zielregion, die wiederum entscheidend für den Erfolg auf diesen Märkten sind.
Dadurch kann die Zielgruppe nicht adäquat angesprochen werden, was zu einer geringeren Sichtbarkeit, schlechteren Nutzererfahrung und einer niedrigeren Conversion-Rate führen kann. Davon profitiert wiederum die Konkurrenz.
Umso wichtiger ist eine international ausgerichtete SEO-Strategie, die an die jeweiligen regionalen Anforderungen angepasst und kontinuierlich optimiert wird.
Diese besteht dann in den meisten Fällen aus den folgenden vier Säulen:
- Domain-Strategie
- Keyword-Strategie
- Content-Strategie
- OffPage-Strategie (wie z. B. PR)

Die vier Bausteine von International SEO
Die richtige Domain-Strategie
Die Wahl der richtigen Domain-Strategie ist entscheidend für den Erfolg deiner internationalen SEO. Dafür stehen dir gleich mehrere Ansätze zur Verfügung:
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Top-Level-Domain (ccTLD): Jede Region oder Sprache erhält eine eigene Domain z.B. fressnapf.de für Deutschland, fressnapf.at für Österreich und fressnapf.ch für die Schweiz.Sollten in einem Land mehrere Sprachen gesprochen werden, wie dies beispielsweise in der Schweiz der Fall ist, so können diese ebenfalls entsprechende Berücksichtigung in der Domain finden. Das zeigt auch das folgende Beispiel von Fressnapf:www.fressnapf.ch/fr/ (für französischsprachige Nutzer in der Schweiz), www.fressnapf.ch/de/ (für deutschsprachige Nutzer in der Schweiz). www.fressnapf.ch/de/ für deutschsprachige Nutzer in der Schweiz.
Die Vorteile einer ccTLD (Country Code Top-Level Domain) liegen darin, dass sie das stärkste Geo-Targeting-Signal aussendet. Die Hosting-Location ist dabei vollkommen irrelevant. Auch wird eine solche Domain von Nutzern bevorzugt.Diese erfordert allerdings mehr Linkbuilding. In manchen Ländern können außerdem Probleme bei der Registrierung entstehen.
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Generic Top-Level Domain (gTLD): Sie ist nicht länderspezifisch und umfasst bekannte Endungen wie „.com“, „.org“ und „.net“ sowie spezifischere wie etwa „.info“ oder „.biz“.Ein Beispiel dafür wäre: ehorses.com
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Subdomains: Länderspezifische Inhalte werden in Subdomains organisiert, wie z.B. de.ehorses.com, se.ehorses.com und be.ehorses.com. Bei ehorses haben wir es noch etwas granularer gestaltet: be.ehorses.com/fr/ und be.ehorses.com/nl/.
Wie andere Domaintypen haben auch Subdomains ihre Vor- und Nachteile. Beginnen wir zunächst mit den positiven Aspekten: In der Regel verursachen sie keine Probleme bei der Registrierung. Darüber hinaus kommen dafür verschiedene Hosting-Locations infrage. Auf der Minusseite steht jedoch, dass dabei nur wenig bzw. keine Weiterleitung der Domainpower möglich ist. Obendrein können sie mit Geo-Targeting-Problemen einhergehen. -
Verzeichnisse: Länderspezifische Inhalte werden in Unterverzeichnissen strukturiert (z.B. onlineshop.com/de/, onlineshop.com/ch/). Diese Domain-Strategie hat den Vorteil, dass sie eine starke Domain aufweist. Zudem wird die Domain-Power an die Unterseiten weitergegeben. Darüber hinaus erfordert sie weniger Linkbuilding. Zu den Nachteilen zählen schwächere Geo-Targeting-Signale und mögliche Geo-Targeting-Probleme.
Jede dieser Strategien hat ihre Vor- und Nachteile. Die Wahl hängt also entscheidend von den spezifischen Anforderungen und Zielen deines Unternehmens ab.
Kenne den lokalen Markt
Wer auch über die eigenen Landesgrenzen hinaus erfolgreich sein möchte, der muss unbedingt den lokalen Markt ganz genau kennen! Dies umfasst sowohl die Keyword- als auch die Content-Strategie.
Lokale Keyword-Strategie
Eine effektive Keyword-Strategie ist das Rückgrat jeder SEO-Kampagne. Deine Aufgabe ist es, zunächst einmal herauszufinden, welche Begriffe und Phrasen deine Zielgruppen in den verschiedenen Ländern verwenden. Eine Keyword-Recherche – je nach Land – ist daher ein absolutes Muss!
Keyword-Recherche für verschiedene Länder
Die Keyword-Recherche für internationale Märkte erfordert eine gründliche Analyse der lokalen Suchgewohnheiten und Bedürfnisse der jeweiligen regionalen Zielgruppe und sollte für jedes Land einzeln durchgeführt werden. Diese umfasst die Identifizierung von Suchbegriffen und Phrasen, die in den jeweiligen Regionen am häufigsten verwendet werden, um relevante und ansprechende Inhalte bereitzustellen. Wie du eine professionelle Keyword-Recherche durchführst, verrate ich dir im folgenden Blogbeitrag: E-Commerce SEO 2025: Die 13 effektivsten Maßnahmen für Online-Shops.
Auf das Suchverhalten kommt es an!
Wonach deine potenziellen Kunden im Ausland suchen, hängt maßgeblich von ihren individuellen Bedürfnissen und Gewohnheiten ab. Mit anderen Worten: Das Suchverhalten variiert erheblich – je nach kulturellen und sprachlichen Unterschieden. Umso wichtiger ist es, diese Unterschiede zu verstehen, um die Keyword-Strategie entsprechend anzupassen und um die Bedürfnisse der Nutzer bestmöglich erfüllen zu können.
Tools und Methoden zur internationalen Keyword-Recherche
Für die internationale Keyword-Recherche stehen dir verschiedene Tools zur Verfügung, die spezifische Daten für einzelne Länder liefern. Neben dem Google Keyword Planner bieten auch SEMrush und Ahrefs umfassende Einblicke in lokale Suchtrends und Wettbewerbsanalysen, die dich bei der Auswahl relevanter Keywords und der Optimierung der SEO-Strategie unterstützen.
Long-Tail-Keywords und lokale Suchbegriffe
Long-Tail-Keywords und lokale Suchbegriffe nehmen eine Schlüsselrolle in der internationalen SEO ein, da sie spezifische Suchabsichten der Nutzer in verschiedenen Regionen widerspiegeln. Durch die Integration dieser Keywords in die Inhalte kann sowohl die Relevanz der Website erhöht als auch die Conversion-Rate gesteigert werden. Mehr über verschiedene Keyword-Arten erfährst du im folgenden Blogbeitrag: SEO & Keywords: So findest du die richtigen Suchbegriffe für deinen Online-Shop.
Regional ausgerichtete Content-Strategie
Bei der Content-Erstellung gilt: Jedes Content-Piece sollte so individuell sein wie seine Zielgruppe. Deshalb reicht es nicht aus, deine Inhalte einfach nur in eine andere Sprache zu übersetzen. Dein gesamter Content sollte lokalisiert werden. Berücksichtige daher stets die jeweiligen kulturellen Unterschiede und schaffe Content, der für deine potenziellen Kunden wirklich relevant ist. Wie dir das gelingt, beschreibe ich im Folgenden.
Regional unterschiedliche Wortbedeutung
Beim Language Targeting geht es darum, Inhalte gezielt für verschiedene Sprachen und Regionen anzupassen, um die Bedürfnisse und Erwartungen der lokalen Zielgruppen möglichst gut zu erfüllen.
Dieses Vorgehen umfasst die Optimierung von Keywords, die Verwendung lokaler Sprachnuancen und die inhaltliche Anpassung an die jeweilige Zielkultur.
Language Targeting spielt somit eine wesentliche Rolle für den Erfolg internationaler Marketingstrategien, da es Unternehmen ermöglicht, die Relevanz und Wirksamkeit ihrer Marketingbotschaften weltweit zu steigern.
Obwohl es durchaus häufiger vorkommt, dass eine Sprache in mehreren Ländern gesprochen wird, können die Bedeutung und die Konnotationen bestimmter Wörter stark variieren. Auch ist es möglich, dass ein Gegenstand mehrere Bedeutungen hat. Dies möchte ich dir anhand eines Beispiels erklären: Während „jumper“ in Großbritannien „Pullover“ bedeutet, wird in den USA der Begriff „sweater“ dafür verwendet.
Achte bei der Content-Erstellung auf regionale Unterschiede dieser Art, um etwaige Missverständnisse zu vermeiden.
Lokale Referenzen – Content mit lokalem Bezug
Denke außerdem unbedingt daran, lokale Referenzen wie Währungen, Adressen und Telefonnummern in den Content zu integrieren, um die Relevanz für die jeweilige Zielgruppe dadurch zu erhöhen.
Technisches International SEO
International SEO erfordert eine präzise Umsetzung technischer Maßnahmen, um die Wirksamkeit der Strategie zu maximieren.
Hreflang-Tags richtig verwenden
Eine der wichtigsten technischen Maßnahmen ist die korrekte Verwendung von hreflang-Tags, welche die richtige Sprach- und Länderzuordnung einer Webseite gemäß den ISO-Standards gewährleisten. Diese Tags helfen Suchmaschinen dabei, die richtigen Webseiten für Nutzer in den verschiedenen Regionen und Sprachen korrekt zu indexieren und anzuzeigen. Das Link-Attribut ‚link rel alternate href‘ spielt eine sehr wichtige Rolle. Hreflang-Konflikte sollten unbedingt vermieden werden. Wie genau das funktioniert, erkläre ich dir im folgenden Beitrag: Was ist hreflang? Alles, was du darüber wissen musst!
Website-Geschwindigkeit und Hosting-Standorte
Die Geschwindigkeit einer Website sowie deren Hosting-Standorte haben einen direkten Einfluss auf das Ranking in den Suchmaschinen und die Nutzererfahrung weltweit. Eine schnelle Ladezeit ist auch im internationalen Kontext entscheidend, um Nutzer zu halten und um die Absprungrate möglichst zu reduzieren. Hosting-Standorte sollten daher strategisch gewählt werden, um die Ladezeiten zu minimieren und um die Verfügbarkeit der Website zu maximieren.
Mehrsprachige und multiregionale Websites
Für mehrsprachige und multiregionale Websites ist eine klare Struktur und Navigation besonders wichtig! Dies ermöglicht es Nutzern aus verschiedenen Ländern, leicht zwischen den Sprachversionen zu navigieren und relevante Inhalte zu finden. Eine durchdachte Architektur unterstützt zudem die SEO-Bemühungen, indem sie eine klare Trennung der Inhalte nach Sprachen und Regionen gewährleistet.
OnPage-SEO
Die OnPage-Optimierung baisert stets auf der vorangegangenen Keyword-Recherche. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Inhalte für die spezifischen Suchanfragen und Interessen der Zielgruppen in verschiedenen Ländern optimiert sind. Individuell angepasste Meta-Tags, Überschriften, URLs und Inhalte sind somit entscheidend, um die Relevanz und Auffindbarkeit der Webseite in den Suchergebnissen zu erhöhen.
OffPage-Strategie für International SEO
Off-Page-SEO bezieht sich auf Maßnahmen außerhalb der eigenen Website, die darauf abzielen, die Autorität, Relevanz und Bekanntheit einer Webseite in den Suchmaschinen zu steigern. Ein zentraler Bestandteil davon ist das sogenannte strategische Linkbuilding.
Die Erweiterung der eigenen Online-Präsenz auf internationale Märkte spielt hier eine wichtige Rolle, da sie länderspezifische Backlinks und die Berücksichtigung von sprachlichen, kulturellen und technischen Unterschieden erfordert.
Backlink-Strategien für verschiedene Länder
Für internationale Websites, egal ob E-Commerce Shop oder große Corporate Website, ist es entscheidend, Backlinks aus verschiedenen Ländern und Regionen aufzubauen. Eine effektive Strategie, um gezielt Backlinks zu generieren und gleichzeitig das Markenvertrauen in den Zielmärkten zu stärken, ist die Zusammenarbeit mit lokalen Bloggern und Influencern.
Denn durch Gastbeiträge, Produktreviews oder gemeinsame Aktionen können sowohl direkte Verlinkungen als auch eine stärkere Bindung zur lokalen Zielgruppe aufgebaut werden. Auf diese Weise lässt sich eine größere Reichweite erzielen und gleichzeitig auch die Bekanntheit in den Zielmärkten steigern.
Nutzung von lokalen Verzeichnissen und Plattformen
Die Nutzung von lokalen Verzeichnissen und Plattformen ist eine effektive Methode, um die Sichtbarkeit deiner Website in spezifischen Märkten zu erhöhen. Durch die Listung in relevanten regionalen Verzeichnissen und Branchenplattformen gewinnt sie deutlich an Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Diese Maßnahme unterstützt nicht nur das SEO, sondern fördert auch die lokale Auffindbarkeit.
Monitoring und Analyse
Eine gründliche Überwachung und Analyse sind unverzichtbar, um die Performance deines Online-Shops über die Landesgrenzen hinaus messen und fortlaufend optimieren zu können.
Gleiche Tools und Software-Lösungen, spezifische Überprüfung der Performance
Für eine konsistente und effektive Überwachung der SEO-Performance kommen üblicherweise die gleichen Tools und Software-Lösungen zum Einsatz, die du auch aus dem lokalen Kontext kennst. Allerdings empfiehlt es sich hierbei, zusätzlich eine spezifische Überprüfung der Performance in jedem Land gesondert durchzuführen.
Projektbasierter Sichtbarkeitsindex mit landesspezifischer Keyword-Recherche
Ein projektbasierter Sichtbarkeitsindex ermöglicht eine detaillierte Analyse der SEO-Leistung in den verschiedenen Ländern. Mithilfe einer landesspezifischen Keyword-Recherche kannst du die Sichtbarkeit der Website in den jeweiligen Zielmärkten präzise bewerten.
Google Search Console (spezifisch für das Land eingerichtet)
Die Google Search Console bietet dir wertvolle Einblicke in die Performance der Website in den jeweiligen Ländern. Durch die Einrichtung spezifischer Konfigurationen für jedes Land kannst du Daten wie Suchanfragen, Klicks und Impressionen gezielt analysieren und optimieren.
SEMrush für International SEO
SEMrush ist ein leistungsstarkes Tool für die Analyse und Optimierung von internationalen SEO-Strategien. Es bietet umfassende Funktionen zur Keyword-Recherche, Wettbewerbsanalyse und zur Überwachung der Rankings in den verschiedenen Ländern.
Anpassung und Optimierung auf Basis von Daten
Die kontinuierliche Anpassung und Optimierung der SEO-Strategie basiert auf präzisen Datenanalysen und Erkenntnissen aus den Monitoring-Tools. Durch die Auswertung von Leistungsindikatoren kannst du Schwachstellen identifizieren und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Rankings und deiner Sichtbarkeit ergreifen.
Eine durchdachte Überwachungs- und Analysestrategie ist daher unabdingbar, um die Effektivität internationaler SEO-Maßnahmen zu steigern und um damit langfristig im globalen Wettbewerb bestehen zu können.
Fallstudien und Best Practices
Die zuvor genannten Bausteine erkläre ich nun am Beispiel unseres Kunden „ehorses“.
1. Domain-Strategie bei ehorses
Im Falle von „ehorses“ gelangt eine ccTLD-Strategie zum Einsatz. Das bedeutet konkret: Jedes Land hat eine eigene Domain mit einer landesspezifischen Endung. Der Grund dafür liegt darin, dass die DE-Domain bereits seit 25 Jahren existiert und deshalb einen entsprechende Domain-Authority aufweist. Würden wir diese nun auf eine komplett neue .com-Domain umzuziehen, bestünde die Gefahr, dass wir die von ihr ausgehenden starken Signale einbüßen.
Mitunter deshalb wurde ehorses komplett auf ccTLD-Domains internationalisiert. So ist es uns gelungen, das Risiko auf dem deutschsprachigen Markt so gering wie möglich zu halten.
2. Keyword-Strategie bei erhorses
Bei der Keyword-Strategie haben wir ganz bewusst von einer „eins zu eins“-Übersetzung der Suchanfragen aus Deutschland Abstand genommen. Stattdessen haben wir eine auf das jeweilige Land abgestimmte Keyword-Recherche durchgeführt.
Im Suchverhalten der unterschiedlichen Zielgruppen konnten wir wiederum gewisse Muster erkennen. So ist uns aufgefallen, dass transaktionsorientierte Suchanfragen nach Pferderassen sich von Land zu Land stark voneinander unterscheiden. Dies veranschaulicht auch die folgende Tabelle.

Wer seinen Content in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung stellen möchte, der sollte zuvor eine länderspezifische Keyword-Analyse durchführen.
Während in Deutschland der Begriff „Pferdemarkt“ bereits ein ausreichend großes Suchvolumen (12.100) aufweist, würde eine direkte Übersetzung ins Englische keinen Sinn ergeben. Denn gerade einmal zehn Nutzer geben im Vereinigten Königreich monatlich „horsemarket“ in die Suchleiste ein.
Auch die übrigen Top-Suchbegriffe, die im Rahmen der Keyword-Recherche für den deutschen Markt identifiziert wurden, erzielen in den britischen Suchergebnissen nicht annähernd die gleiche Reichweite wie in Deutschland.
Überraschend hoch ist im Vereinigten Königreich hingegen die Suchanfrage nach „horses for sale“ (= Pferde zu verkaufen). Es scheint sich hierbei, um einen Perspektivenwechsel zu handeln. Sprachlogisch verhält es sich so, dass englische Nutzer bei der Online-Suche mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Perspektive der Verkäufer einnehmen. In Deutschland hingegen betrachten Verkäufer ihr Angebot eher durch die Kundenbrille.
Angenommen es stünde ein „Haflinger“ (= eine Pferderasse) zum Verkauf, so wäre das Longtail-Keyword „Haflinger for sale“ für den britischen Zielmarkt besser geeignet als „buy Haflinger“.
Dies gilt übrigens auch für die Niederlande: „Haflinger te koop“ (= „Haflinger zu verkaufen“) erzielt nach wie vor die besten Ergebnisse, wobei „Haflinger kopen“ (= „Haflinger kaufen“) teilweise ebenfalls ein solides Suchvolumen aufweist.
Im Rahmen der Keyword-Recherche geht es also zunächst einmal darum, diese länderspezifischen Muster zu erkennen und darauf aufbauend dann die Haupt-Keywords für jede Seite zu identifizieren.
Im nächsten Schritt erfolgt die Basis-Keyword-Optimierung des Title-Tags, der Meta-Description, der H1-Überschrift und später dann des Contents (siehe Kapitel „Content-Strategie“).
3. Content-Strategie bei ehorses
Nachdem wir ermitteln konnten, welche Keywords für den jeweiligen Zielmarkt relevant sind, begannen wir damit, entsprechende Inhalte zu erstellen.
Diese wiederum wurden nicht eins zu eins in die jeweilige Sprache übersetzt, sondern durch Muttersprachler überprüft und festgelegt – damit das Wording zu 100 Prozent stimmt!
Indem wir Content für jede Sprache und jedes Land bereitgestellt haben, ganz im Sinne des Language Targeting, konnten wir Duplicate-Content auf diese Weise vermeiden.
Im gleichen Zuge passten wir den Content an die landestypischen Faktoren an. So wurde ausschließlich länderspezifisches Wording und eine individuelle Ansprache der Nutzer für jedes Land verwendet.
Nicht minder wichtig waren auch die lokalen Referenzen, sprich: Content mit lokalem Bezug. Wurde in den Content-Pieces beispielsweise Bezug auf regional bekannte Experten oder Verbände genommen, so haben wir solche Referenzen an den jeweiligen Zielmarkt angepasst. Angaben wie Adressen und Telefonnummern wurden selbstverständlich ebenfalls ausgetauscht. Das Gleiche gilt für die Währung.
Bei der Content-Planung haben wir zunächst einmal Cluster identifiziert, die das meiste Suchvolumen aufwiesen. In der folgenden Tabelle siehst du alle relevanten Keywords aus unserer Recherche.

Die länderspezifische Keyword-Analyse ermöglicht nicht nur die thematische Einordnung und das Clustering, sondern auch die Bestimmung der Informationsstruktur.
Basierend auf der zuvor erwähnten Keyword-Recherche konnten wir folgende inhaltliche Schwerpunkte ausmachen:
- Pferderassen
- Disziplinen
- landesspezifische Themen
Als Nächstes begannen wir mit der Content-Produktion für diverse Landing-Pages. Diese haben wir mit informativem Content zu teilweise transaktionalen Suchen bzw. Mixed SERPs bestückt – und das in fünf Sprachen mit jeweils 250 Content-Pieces.
4. OffPage- und PR-Strategie bei ehorses
Zunächst einmal haben wir ermittelt, welche Wettbewerber und welche potenziellen Websites auf dem jeweiligen Zielmarkt für eine Akquise infrage kommen (Stichwort: „anorganisches Wachstum“). Diese haben wir dann in unsere Website migriert.

Unsere internationale SEO-Strategie sah auch anorganisches Wachstum vor.
Darüber hinaus wurde ein eigenes Team für den Bereich „Internationalisierung“ aufgestellt, das die Funktion des Key-Account-Managements für wichtige Stakeholder im jeweiligen Land übernehmen sollte. Zu Beginn waren die wichtigsten Stakeholder für unseren Kunden vor allem Pferdezüchter und Verbände, über die das Angebot in den Marktplatz gebracht werden sollte.
Als Country-Partner dienten uns lokale Ansprechpartner und Muttersprachler, die unseren Content überprüften und festlegten und dadurch das Markenvertrauen stärkten.
Für die Akquise von neuen Pferden bzw. Angeboten für den Marktplatz im jeweiligen Land beauftragten wir Callcenter. Der somit entstandene Linkaufbau aus dem Zielland war uns besonders wichtig, denn länderspezifische Domains benötigen immer externe Verlinkungen aus der Region, für die sie erstellt worden sind.
Zur Steigerung der Bekanntheit gingen wir Kooperationen mit verschiedenen Influencern ein. Dieses Vorgehen brachte auch noch einen weiteren Vorteil mit sich: Besaß eine Influencerin oder ein Influencer einen eigenen Blog, organisierten wir hieraus entsprechende Verlinkungen.
Externe Verlinkungen kamen auch über „Züchter-Websites“ zustande. Sofern die jeweiligen Züchter bei uns gelistet waren, kümmerten sich das Team „Internationalisierung“ und unsere Country-Partner um den Linkaufbau.
Darüber hinaus organisierten sie auch strategische Partnerschaften mit den lokalen Verbänden des jeweiligen Landes. So werden wir bei einigen davon nach wie vor als Sponsor und teilweise sogar auch als Exklusivpartner gelistet (inkl. Verlinkung auf die jeweilige Domain).
Wie genau wir International SEO bei ehorses umsetzen konnten, erkläre ich zudem ausführlich in der Aufzeichnung von „Deine tägliche Dosis SEO mit Marcus, Alex & Michael Möller: International SEO“:
Sieben Key Takeaways für internationale Online-Shops
Für internationale Online-Shops ist eine auf den jeweiligen Zielmarkt zugeschnittene SEO-Strategie besonders wichtig! Nur so können sich diese gegenüber der lokalen Konkurrenz behaupten. Welche Faktoren du bei der Strategie-Entwicklung beachten solltest, habe ich in der folgenden Übersicht für dich zusammengestellt:
- Language Targeting: Passe deine Inhalte sprachlich an die lokalen Zielgruppen an. Dies beinhaltet die Optimierung von Keywords und die Verwendung lokaler Sprachnuancen.
- Kulturelle Anpassung: Berücksichtige kulturelle Besonderheiten und regionale Vorlieben. Passe in diesem Zuge alle Inhalte, Bilder und Symbole an die jeweilige Kultur an – für eine bessere Informationsaufnahme bei deinen neuen Zielgruppen.
- Technische SEO: Stelle sicher, dass deine Website auch technisch für internationale Zielgruppen optimiert ist. Dies erreichst du, indem du hreflang-Tags nutzt, für schnelle Ladezeiten sorgst und eine mobile Optimierung durchführst, um eine gute Benutzererfahrung in allen Regionen zu gewährleisten.
- Lokale Suchmaschinen: Optimiere deine Website für lokale Suchmaschinen. Während Google in vielen Ländern führend ist, haben sich in einigen Märkten andere Suchmaschinen wie Baidu durchgesetzt, wie dies beispielsweise in China der Fall ist. Deine SEO-Strategie sollte diesen Umsatz entsprechend berücksichtigen.
- Content-Strategie: Entwickle eine Content-Strategie, die auf die lokalen Interessen und Suchgewohnheiten deiner neuen Zielgruppen zugeschnitten ist. Mit lokalisiertem Content, der relevante und ansprechende Informationen bietet, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass deine Zielgruppe deine Website besucht und Käufe in deinem Online-Shop tätigt.
- Linkbuilding: Fördere lokales Linkbuilding, um deine Sichtbarkeit in den jeweiligen Märkten zu erhöhen. Arbeite hierfür mit lokalen Partnern und Influencern zusammen, um so qualitativ hochwertige Backlinks zu erhalten.
- User Experience: Achte darauf, dass deine Website eine benutzerfreundliche Navigation bietet und mit einem Design punktet, das den Erwartungen internationaler Nutzer entspricht.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Internationale SEO eine ressourcenintensive, aber lohnende Strategie ist, um die globale Reichweite und den Umsatz eines Unternehmens zu steigern. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist es, die unternehmenseigene SEO-Strategie an die spezifischen Bedürfnisse und Besonderheiten der jeweiligen Zielmärkte anzupassen. Dazu gehört die Wahl der richtigen Domain-Strategie genauso wie die Durchführung einer umfassenden Keyword-Recherche sowie die Erstellung von lokalisiertem Content.
Entscheidend sind zudem technische SEO-Maßnahmen, wie z. B. die korrekte Verwendung von hreflang-Tags, die Optimierung der Website-Geschwindigkeit, eine gezielte OffPage-Strategie und kontinuierliches Monitoring.
Länderspezifische SEO-Maßnahmen sind somit der Schlüssel zum Erfolg, um die Sichtbarkeit in unterschiedlichen Ländern zu erhöhen und um die internationale Marktpräsenz erfolgreich auszubauen.
**Quellen:
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Über den Autor

Michael ist Gründer und Geschäftsführer der experics digital GmbH. Als Berater mit über 15 Jahren Erfahrung in Organic Search unterstützt er gemeinsam mit seinem Team mittelständische Unternehmen in den Bereichen SEO und GEO (Generative Engine Optimization).
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